50 Jahre Vereinsheim der SG Hainhausen

Wie kam es zum Bau des eigenen Vereinsheims?

  Im Zuge der Neugründung in den Jahren nach dem  zweiten Weltkrieg fand der SKV ein zu Hause in der Gaststätte Greb. Dort konnte man seine Singstunden abhalten auch die Turnmädchen fanden hier Ihren Platz und manch ein geselliges Vereinsfest fand beim Greb statt. Doch langsam kamen die Räumlichkeiten in die Jahre und auch wurden diese langsam zu klein für den aufstrebenden SKV.

 So kam man Anfang der 60er auf den Gedanken auf ein eigens Sportheim zu errichten. Die ersten Überlegungen gingen in Richtung Jügesheimer Straße, wo man ein Grundstück besaß. Doch nach der Flurbereinigung in der Gemeinde Hainhausen wurden dem SKV und der TGH große Grundstücke um den damaligen Sportplatz zu gewiesen. Dieser Sportplatz war bereits von der B45 weg nach hinten auf das heutige Sportzentrum umgelegt worden. Nachdem es 1954 bereits zu einem Unfall kam – „Ball unter Moped“. Ebenfalls motivierte der geplante Bau der Mittelschule in Nähe des Friedhofes. Die ersten Skizzen wurden dennoch vom Bauamt abgelehnt!

  Erst als Roman Horch auf einer Baustelle bei einem Trafobau bei der Grube Messel dem Kesselmeister sein Leid klagte, wußte Dieser sofort ein Rat:  Sein Schwiegersohn sei Architekt und hätte erst letztens ein Vereinsheim in Messel geplant und bereits umgesetzt. Lange Rede kurzer Sinn: So war der Kontakt zu Architekt Jakob Fäth geknöpft.

  So wurde nun der Bau des Sportheims etwas professioneller geplant. Nach den ersten Planungen ging Roman Horch mit Architekt Fäth wieder zum Bauamt. So kam wie es der Zufall will, das Herr Fäth und der Bauamtsleiter ehemalige Studienkollegen waren. So waren schnell gute und Einflussreiche Beziehungen entstanden. Man wusste wo Zuschüsse aus der öffentlichen Hand zu bekommen sind! Peter Jakoby und Roman Horch konnten auch schnell den Landtagsabgeordneten Rehbein und den den damaligen einflussreichen BGM von Auheim für diese Idee begeistern. Später konnten Sie dann auch den BGM der Gem. Hainhausen Martin Bihn überzeugen. So kam es auch zu sehr vielen Fahrten und viel Zeitaufwand durch den Arch. Fäth, Peter Jakoby und Roman Horch nach Offenbach und Wiesbaden und der Gemeinde Hainhausen

         Der Gesamt Baukostenwert ermittelte sich auf 350.000,- DM

         Wie folgt wurde der Neubau vom Land, Kreis und Gemeinde bezuschusst:

         87.000,- DM Land Hessen

         35.000,- DM Kreis Offenbach

         15.000,- DM Gemeinde Hainhausen

         Gesamt 137.000 DM

         Rund ein ¼ der Baukosten hatte der SKV gespart

         Es fehlten so gut und gerne 100.000 DM

  Das dies durch Eigenleistung von den Mitglieder gestemmt wird – trauten die meisten dem SKV nicht zu! Doch es kam zur Baugenehmigung und man konnte das Großprojekt vom SKV beginnen. Den Aushub erledigte eine amerikanische Einheit mit Spezialmaschinen. Jetzt kam es auch zu Verhandlungen mit den Brauereien. Henniger und Glaabsbräu winkten schnell ab, da Sie dem SKV die Fertigstellung nicht zutrauten.

  So kam es zu der bis heute sehr erfolgreichen Verbindung zu der Privatbrauerei Michelsbräu aus Babenhausen. Willi Ott und Roman Horch kamen  mit dem damaligen Gesprächspartner Herrn Hofmann schnell überein. Die Michelsbräu Brauerei übernahm auch sofort den kompletten Wirtschaftsausbau. Fünf Hektoliter sollten pro Monat dafür umgesetzt werden. Doch schon in den ersten Jahren verkaufte man mehr als 15 Hektoliter pro Monat!

Schnell wusste man auch gleich eine sehr gute Weisheit um diese Große Projekt zu stemmen. Noch heute ziert dieser Spruch das Gebäude hier im Saal:

„GROSSES WERK GEDEIHT NUR DURCH EINIGKEIT“

 

  Weit über 16.000 Std. wurden freiwillig geleistet. Dies entspricht gut 2000 ganzen Arbeitstagen und alles in 2 Jahren und fast alles nur Samstags! Heut zu Tage spricht man von „MANPOWER“!

  Ein paar Namen und Stunden seien kurz stellvertretend für alle genannt. Diese Aufzeichnungen lagen uns in der Recherche bei Roman Horch und Dank der genauen Darstellung durch Franz Winter tatsächlich vor:

Name Std.
Winter August  1395
 Kaiser Adolf  1330
 Horch Roman  832
 Jakoby Peter  791
 Zigan Sigmund  893
 Reuter Peter  558
 Hardt Georg  895
Winter Heinz  654
Wurzel Karl 640
Ott Willi 636
Borde Ernst 414
Und viele viele mehr…  

 

  Die Finanzen kontrollierte Reinhold Stäbner, wo Roman Horch nach Feierabend immer nachfragte ob noch Geld da sei. Und Roman musste dies dann dem damals schon erkrankten August Neuhäusel am Hoftor immer berichten.

  Die erste Veranstaltung feierte man noch im Rohbau: 1968 wurde hier Fastnacht gefeiert. Am 25. Mai 1968 wurde das Sportheim feierlich seiner Bestimmung übergeben. Zur Einweihung hatte der SKV 205 Mitglieder. Es war ein Meilenstein in der Geschichte des Sport und Kulturvereins Hainhausen!

  • 1976 wurde der Saal erweitert und im Kellergeschoß entstanden 2 Kegelbahnen.
  • 1990 wurden 4 weitere Kegelbahnen und Umkleideräume geschaffen.
  • Der neuste Umbau und Renovierung war die Küchenerweiterung mit Sozialräumen, Toiletten in der Gaststätte inkl. einer Behinderten Toilette im Jahre 2002 mit umfangreicher und gezwungener Brandsicherheit.
  • 2016 nach der Fusion zwischen der Turngemeinde und dem Sport und Kulturverein ist das Vereinsheim das Zentrum der Sportgemeinschaft Hainhausen 1886 e.V.

 

 

Hier ein paar Bilder vom Richtfest in Jahr 1968:

Oben im Gebälk sieht man den damaligen Vorsitzenden Georg Hart.