95 Jahre Handball in Hainhausen

 

Wir feiern in diesem Jahr ein kleines Jubiläum, 95 Jahre Handball in unserem Verein, mit vielen Höhen und Tiefen.

1920 war das Geburtsjahr des Handballsports in Deutschland. Bereits im Jahre 1923 fanden sich einige junge Männer in der Turngemeinde Hainhausen zusammen, um ebenfalls Handball zu spielen. Wir können diese Männer und somit auch die TGH-Handballabteilung mit Recht zu den Pionieren des Handballsports in Deutschland rechnen. Sogar der THW Kiel wurde erst im gleichen Jahr gegründet.

Bereits im Spieljahr 1923/24 absolvierte man die ersten Punktspiele im Kreis Offenbach-Hanau und im ersten Anlauf wurde gleich die Jugendmeisterschaft errungen.

Damals spielte man noch auf einem Sportplatz gegenüber der Russfabrik und man musste zu jedem Spiel die Tore noch selbst aufstellen. Teilweise wurden Bäume aus dem nahe gelegenen Wald zweckentfremdet, da öfters Pfosten entwendet und vermutlich als Brennholz verwertet wurden.

In den darauf folgenden Jahren wurden mehrere Meisterschaften erreicht und im Jahre 1926 hatte man den Aufstieg in die Meisterklasse geschafft. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Hauptverein, die Handballabteilung erst im Jahre 1925 als solche anerkannte. 1930 und 1934 wurde die Meisterschaft in der Meisterklasse gewonnen.

Diese stolze Aufwärtsbewegung wurde durch den 2. Weltkrieg jäh unterbrochen. Aber sofort nach Kriegsende wurde in Hainhausen wieder Handball gespielt, obwohl die Siegermächte zunächst jede Vereinstätigkeit verboten hatten. Dies wurde noch im gleichen Jahr aufgehoben und der SKV und die TGH durften unter Sportgemeinschaft Hainhausen (das gab es also schon einmal) den Spielbetrieb aufnehmen.

Im Jahre 1946 wurde dann die TGH wieder gegründet und im Jahre 1948 der Sportplatz am Friedhof erworben.

Im Jahre 1949 wurde der erste Trainer in der Vereinsgeschichte, Herr Phillip Fenn, aus Dietzenbach verpflichtet.

Ein Jahr später konnte man schon die Meisterschaft erringen und spielte in der Bezirksklasse

Ihm folgte Gerd Böttiger von Kickers Offenbach und danach gab Ernst Wintterlin, Nationalspieler der SG Dietzenbach, dessen Sohn Jens heute unsere 1. Männermannschaft trainiert, ein kurzes Trainergastspiel, bevor er von Heinrich Keimig, Mitglied der deutschen Olympiamannschaft 1936 in Berlin, die damals die Goldmedaille errang, abgelöst wurde. Mit ihm wurde 1960 die Bezirksmeisterschaft und der Aufstieg in die Verbandsliga geschafft, was mit einer großen Feier im Pfarrsaal endete.

Danach ging es aber bergab, da es bedingt durch die Kriegsjahre, kaum Nachwuchs gab, so dass es an Spielern mangelte. Man stieg bis in die B-Klasse ab.

Aber im Jahre 1967, gleich mit 40:0 Punkten, wurde wieder eine Meisterschaft gefeiert.

Mit der Verpflichtung von Fred Wilhelm, TV Großwallstadt, als Spielertrainer, im Jahre 1968, ging es wieder bergauf. Es konnten mehrere Meisterschaften im Feld- sowie im Hallenhandball, erlangt werden.

In diesen Jahren hat sich unser Walter Branke, der von 1966-1979 die Handballabteilung leitete, besonders um den Handballsport in Hainhausen verdient gemacht. Mit 40 Jahren stand er noch im Handballtor und hat über 1000 Spiele für die TGH bestritten.

Im Jahre 1974 , wurde durch den damaligen Jugendleiter Rudolf Girz, erstmals eine Mädchenmannschaft gegründet und im Jahre 1978 konnte erstmals in der Geschichte der Handballabteilung eine Damenmannschaft auflaufen, welche ungeschlagen die Meisterschaft errang und in die A-Klasse aufstieg.

Im Spieljahr 1984/85, unter Trainer Franz Kern, Ober-Roden, wurden die Damen mit 44:0 Punkten ungeschlagen Meister und stiegen in die 1. Bezirksliga auf. Im gleichen Jahr wurde eine 2. Damenmannschaft gegründet.

Der größte Erfolg gelang in der Saison 2004/2005 als der Aufstieg in die Landesliga gelang. Diese Klasse konnte bis 2011 gehalten werden und ausgerechnet im Jubiläumsjahr, 125 Jahre TGH, stieg man aus der Landesliga ab.

Danach verließen viele Spielerinnen den Verein, was letztendlich das Ende des Damenhandballs in Hainhausen bedeutete. Obwohl man noch eine Spielgemeinschaft mit Nieder-Roden einging, konnte der Damenhandball bei der TGH nicht weitergeführt werden.              

Unsere Männermannschaft, Im Jahre 2004 noch in der Bezirksoberliga spielend, musste in den zurückliegenden Jahren mehrere Abstiege hinnehmen und ist mittlerweile in der C-Klasse gelandet.                                                                                          

In unserer Jugendabteilung hat sich in den 95 Jahren immer etwas getan, es konnten zahlreiche Meisterschaften erreicht werden und immer wieder wurden wir überrascht, dass wir in einigen Altersklassen sogar mit den Großvereinen mithalten konnten.

So wie derzeit bei unserer weiblichen C-Jugend, welche in der Oberliga, das ist die höchste Spielklasse, spielt.

Daher haben wir auch Hoffnung auf einen Aufwärtstrend und vielleicht können wir in naher Zukunft wieder mit einer Damenmannschaft rechnen. Derzeit nehmen 11 Jugendmannschaften der SGH am Spielbetrieb teil, so viele Mannschaften hatten wir noch nicht einmal in den Glanzzeiten der TGH.

Leider fehlt es, bedingt durch fehlende Aktivenmannschaften, an Trainern und dies ist unser größtes Problem. Zudem haben wir in unserer Stadt mit der HSG Nieder-Roden einen starken Konkurrenten, dem wir leider nur unsere tolle familiäre Atmosphäre entgegen setzen können, wo jedes Kind, egal wie spielstark es ist, gern gesehen und aufgenommen wird.

Sport spielt in der Erziehung eine große Rolle. In der heutigen Zeit stellen wir immer wieder fest, dass viele Kinder Probleme haben sich in die Gesellschaft einzugliedern. Gerade hier ist der Mannschaftssport enorm wichtig. Denn hier lernen sie, aufeinander Rücksicht zu nehmen und soziales Verhalten.

Unser gesamtes soziales Umfeld hat sich geändert, Ganztagsschulen, breiteres Sportangebot, usw., daher wird es immer schwerer Kinder für einen Mannschaftssport zu gewinnen. Aber gerade hier geht die Handballabteilung schon seit Jahren neue Wege. Beispielhaft ist hier die Arbeit des Club der Hunderter, welcher  Spenden für unsere Jugend sammelt und dieses wieder in die Jugend investiert. Ich möchte hier nur an die Jugendfahrten erinnern, mit fast achtzig Kindern, dies ist einmalig und gebührt unserer Hochachtung. 

Glückwunsch für 95 Jahre Handball, jetzt unter dem Namen "Sportgemeinschaft Hainhausen", unter dem wir schon, wie bereits erwähnt, 1945 vereint waren. Wir hoffen alle, dass es in unserer   Handballabteilung keinen Stillstand gibt und wir in 5 Jahren  gemeinsam das 100 Jubiläum feiern können

Günther Werner, Nov.2018